Wer in der Gemüsebranche arbeitet, der macht das mit viel Leidenschaft. Bei manchen Gemüseproduzenten beginnt der Tag mitten in der Nacht auf einem Engrosmarkt bevor er sich nach dem Frühstück an die Arbeit auf den eigenen Feldern macht. Gemüseproduzenten sind lange Arbeitszeiten gewohnt. Sie zählen dabei auf die Mitarbeit von zuverlässigen Arbeitskräften. Diese helfen bei der Bodenbearbeitung oder beim Ernten und Rüsten von Gemüse. Im Gemüsebau ist trotz fortschreitender Mechanisierung immer noch viel Handarbeit gefragt.
Die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter stammen aus dem Ausland, vornehmlich aus Portugal und dem ehemaligen Ostblock. Nur sie sind bereit, zu den für schweizerische Verhältnisse tiefen Löhnen zu arbeiten, weil diese immer noch deutlich höher liegen als in ihrem Heimatland.
Bilder von verelendeten, ausgebeuteten Erntehelfern beispielsweise in den Gewächshäusern an der spanischen Mittelmeerküste kennen viele aus dem TV. In der Schweiz gibt es keine solchen Bilder. Die Arbeitskräfte erhalten einen festgelegten Mindestlohn, der eingehalten werden muss und höher ist als im Ausland. Die Behandlung der Leute ist fair, Schwarzarbeit ist verboten und wird hart bestraft. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind teilweise seit vielen Jahren in der Schweiz tätig und gehören auf manchen Betrieben fast schon zur Familie. Überhaupt sind viele Gemüsebaubetriebe in der Schweiz von Familien geführt, teilweise seit mehreren Generationen. Wegen der tiefen Margen in der Gemüseproduktion sind sie auf günstige Arbeitskräfte angewiesen.