Es ist erstaunlich, wozu ein kleiner Samen fähig ist, wenn er sich in einem Boden wohl fühlt. Zuerst ganz einsam in der Erde keimt der Samen, sobald Feuchtigkeit, Licht und Temperatur ideal sind. Kleine Wurzeln entstehen, die aus der Erde erste Nährstoffe aufnehmen und dem Gemüse physischen Halt geben. Der Keimling ist vorerst nur ein Stängelchen mit Blättchen. In den ersten Tagen kann er noch von eigenen im Samen als Vorrat angelegten Nährstoffen zehren. Der eigene Vorrat reicht so lange, bis die Pflanze fähig ist, für sich selbst zu sorgen. Natürlich kann sie das später nicht alleine, sondern ist auf ihre Umgebung angewiesen: Auf den Boden, das Nährstoffangebot, Wasser, Licht, etc. Faktoren wie Trockenheit, Kälte, Wind, zuviel Licht, zu wenig Licht oder zu armer Boden beeinflussen den Wuchs der Pflanze negativ.
Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Kalzium sowie viele Spurenelemente sind wichtige Bausteine, die die Pflanze zum Wachsen braucht. Die Nährstoffe kommen als natürliche Ressource in den Böden vor. Sie werden aber in landwirtschaftlich genutzten Systemen jeweils mit dem Erntegut (z. B. Gemüse) allmählich aus dem System weggeführt. Deshalb müssen auch die Gemüseproduzenten immer wieder von aussen Nährstoffe in den Boden zurückgegeben, damit nachfolgende Pflanzen wieder wachsen können.
Der chemische Prozess der Photosynthese bildet das zentrale Element im Wachstumsprozess einer Pflanze, also auch beim Gemüse. Aus Wasser und CO² (Kohlendioxid) bildet die Pflanze mit Hilfe von Chlorophyll (Blattgrün) und Sonnenlicht die lebensnotwendige Glucose (Traubenzucker), dem Grundstein für die Bildung von Cellulose, Stärke oder Kohlenhydraten. Quasi als „Nebeneffekt“ der Photosynthese setzt die Pflanze Sauerstoff frei. Für den Menschen bildet dieser Prozess also so etwas wie die eigentliche Lebensgrundlage. Dazu kommt natürlich eine Vielzahl von Nährstoffen, die er mit dem Verspeisen von Gemüse aufnimmt.