Gemüse sind nie die einzigen Pflanzen auf einem Acker. Im Boden sind Millionen von Samen gespeichert, die nur darauf warten bei Gelegenheit auszukeimen und als Unkräuter die eigentlichen Kulturen in ihrem Wachstum zu konkurrenzieren. Manchmal sind auch Pflanzen von letztjährigen Kulturen darunter und durchbrechen so die Fruchtfolge. Spätestens dann könnte die Übertragung von Schädlingen und Krankheiten zum Thema werden.
Die Unkrautbekämpfung nimmt im Gemüsebau einen hohen Stellenwert ein, weil Unkraut die Qualität der geplanten Gemüsekulturen bedroht. Sei es durch Licht- oder Nährstoffkonkurrenz oder eben durch die Übertragung von Krankheiten. Das Einhalten der Fruchtfolge oder die rechtzeitige Saatbettbereitung einige Zeit vor der Aussaat sind wirkungsvolle vorbeugende Massnahmen.
Die eigentliche Bekämpfung kann maschinell erfolgen mit Striegeln, Bürsten, Fräsen etc. oder von Hand mit der Hacke. Eine andere umweltfreundliche aber aufwändige Variante ist das Dämpfen und Abflammen vor und nach den Kulturen. Immer öfter kommen Folien, Vlies oder Mulchmaterialen wie Stroh zum Einsatz. Sie bedecken die Reihen zwischen den Pflanzen und verhindern durch Lichtentzug, dass der Samen auskeimt.
Quasi die „Zweitbeste“ Lösung ist die Verwendung von Herbiziden. Auf sie greifen Gemüseproduzenten zurück, wenn der Befall mit Unkraut eine bestimmte Schadschwelle auf dem Feld überschreitet. Vorbeugend kommen Herbizide heute nicht mehr zum Einsatz. Die Anwendung von Herbiziden unterliegt strengen gesetzlich festgelegten Vorschriften. Oberste Zulassungsbehörde ist das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Das BLW erlaubt den Einsatz eines Herbizids erst, wenn es ein aufwändiges Prüf- und Beurteilungsverfahren durchlaufen hat. Jeder Einsatz eines Herbizids muss in einem Journal aufgezeichnet und bei den regelmässig durchgeführten Kontrollen vorgewiesen werden.
Bundesamt für Landwirtschaft (Pflanzenschutzmittel)