Der erfolgreiche Gemüsebau steht und fällt mit der Qualität des verwendeten Saatguts. In der Regel kaufen die Gemüseproduzenten dieses bei spezialisierten Saatzuchtfirmen ein. Reinheit, Gesundheit und Keimfähigkeit der Samen müssen stimmen. Entscheidende Faktoren für eine gute Saatgutqualität sind zudem Reifegrad, Ernte- und Reinigungsverfahren, Alter sowie Transport- und Lagerungsbedingungen. Nur selten vermehren Gemüseproduzenten die Samen selbst, beispielsweise bei raren Spezialkulturen, die der Handel gar nicht anbietet.
Die Aussaat der Samen auf dem Feld geschieht mit speziellen Sämaschinen. Dabei ist es von Vorteil, wenn einheitlich nach Grösse oder Form kalibriertes oder pilliertes Saatgut verwendet wird. Damit wird eine möglichst gleichmässige Verteilung der Pflanzen auf dem Feld möglich, was die Pflege und Bewirtschaftung der Kulturen erleichtert.
Bei dem Pflanzen wird unterschieden zwischen Dunkelkeimern (Nüsslisalat, Gurke) und Lichtkeimern (Kopfsalat, Karotten). Letztere brauchen zum Keimen Licht und werden deshalb nur auf die Erde gestreut und leicht angedrückt. Bei Dunkelkeimern müssen die Samen mit einer Schicht Erde abgedeckt sein. Der Gemüseproduzent passt das Säverfahren je nach dem an.
Bei vielen Gemüsesorten werden zuerst in speziellen Kisten oder Töpfen aus den Samen Setzlinge gezogen. Sie werden später mit speziellen Setzmaschinen auf dem Feld gepflanzt. Die Anzucht von Jungpflanzen ist ziemlich aufwendig. Viele Gemüseproduzenten haben diesen Arbeitsschritt aus Kostengründen ausgelagert und kaufen die fertigen Setzlinge von Betrieben ein, die sich ganz auf die Produktion von Setzlingen spezialisiert haben.
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entscheidet über die Zulassung von Saatgut. Das BLW erlässt den Nationalen Sortenkatalog und ist zuständig für den Vollzug der Bestimmungen bezüglich Produktion, Anerkennung (Zertifizierung) und Inverkehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial.
Bundesamt für Landwirtschaft (Saatgut)