Die Gemüseproduzenten sind innerhalb der Landwirtschaft bekannt für ihren besonderen Unternehmergeist. Und das nicht nur, weil sie oft viel Personal auf ihren Betrieben beschäftigen und deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Kostenseite legen. Der Gemüsepreis wird weitgehend von Angebot und Nachfrage bestimmt. Ist es zu warm und zu feucht, dann läuten bei vielen Gemüseproduzenten bereits die Alarmglocken: Schnellwachsende Kulturen wie Kopfsalat entwickeln sich dann rasant und sorgen für ein Überangebot auf dem Markt, was die Preise sofort purzeln lässt. Nach einem Unwetter hingegen verknappt sich das Angebot und die Preise steigen. Die Gemüseproduzenten sind also sehr nahe am Markt. Deshalb ist jeder von ihnen auch ein bisschen Händler. Manche haben sich sogar zu richtig grossen Händlern entwickelt, die bei Kollegen und selbst auf ausländischen Märkten Ware einkaufen, um ein genug breites Sortiment anbieten zu können und wettbewerbsfähiger zu sein. Ein
Zweiphasen-Importsystem regelt die Einfuhr von ausländischem Gemüse.
Rund 60 Prozent vom in der Schweiz gehandelten Gemüse geht in den Detailhandel, zum grössten Teil zu Migros und Coop. Rund 40 Prozent vom Gemüse gelangt über Grossverbraucher – Grossküchen, Spitäler, Restaurants etc. – zu den Konsumenten. Noch relativ klein ist der Anteil von direkt vermarktetem Gemüse, beispielsweise in Hofläden, mit Lieferdiensten oder auf Wochenmärkten.
Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten kauften im Jahr 2008 rund 600'000 Tonnen
Frischgemüse und 320'000 Tonnen
Verarbeitungsgemüse. Beim Frischgemüse steuerten die Schweizer Gemüseproduzenten mit 320'000 Tonnen mehr als die Hälfte der Menge der Produktion bei. Beim Verarbeitungsgemüse lag der Inlandanteil mit rund 45'000 Tonnen im Vergleich zu 275'000 Tonnen Importgemüse tiefer.
Der Frischmarkt mit Schweizer Gemüse hatte einen Wert von rund 900 Millionen Franken, dazu kommen 18 Millionen Franken vom Verarbeitungsgemüse. (Quelle:
szg)