Rund 60 Prozent von allem in der Schweiz gehandelten Gemüse gelangt in den Detailhandel. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent dominieren die Grossverteiler Migros und Coop diesen Markt. Beide kaufen Ware direkt bei den Produzenten sowie bei Händlern ein. Bei den Importen kauft Coop den grössten Teil in eigener Regie direkt in den Ländern ein. Migros hingegen arbeitet vor allem mit spezialisierten Importeuren zusammen. Den restlichen Teil des Detailhandelkuchens teilen sich kleinere Ketten wie Spar, Volg, Denner, selbständige Detailhändler aber auch Discounter wie Lidl oder Aldi. Letztere sind erst seit wenigen Jahren in der Schweiz tätig. Importe tätigen die Detailhändler über Schweizer Händler oder direkt bei ausländischen Produzenten oder Händlern.
Dank schmalem Produktsegment und einer schlanken Kostenstruktur bei Logistik und Ladeninfrastruktur kommen die Discounter mit tieferen Margen aus als andere Detaillisten, die oft grössere Ladenflächen und ein viel breiteres Sortiment bewirtschaften. Mit ihrer offensiven Tiefpreispolitik sorgen Lidl und Aldi für viel Bewegung auf dem Markt und setzen die bisherigen Marktleader unter grossen Preisdruck. Deshalb führen mittlerweile fast alle Detailhandelsunternehmen Tiefpreislinien – zum Beispiel Coop mit „Prix Garantie“ oder Migros mit „M-Budget“. Der Preisdruck für die Lieferanten hat als Folge dieses Konkurrenzkampfes noch einmal deutlich zugenommen.
Beachtliche 40 Prozent des Gemüses gelangen über Händler, Abholgrosshandel, Engrosmärkte oder direkt vom Produzenten zu Grossverbrauchern wie Küchen, Spitäler oder Restaurants zu den Konsumenten. Der Anteil von direkt vom Produzenten zum Konsumenten verkauftem Gemüse - beispielsweise an Wochenmärkten oder mit Hauslieferdiensten -, ist mit geschätzten 2 bis 3 Prozent tief.
Verarbeitungsgemüse nimmt den „Umweg“ über die Verarbeitungsindustrie, von wo sie in Büchsenkonserven, Tiefkühlprodukten, Fertigmahlzeiten etc. in den Detailhandel oder zu Grossverbrauchern gelangen.